Pochende Schmerzen nach einer Zahnbehandlung und ihre Ursachen

Pochende Schmerzen nach einer Zahnbehandlung und ihre Ursachen
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Allgemeines zu Schmerzen nach dem Zahnarztbesuch

Viele Menschen kennen die Situation nach einem Zahnarztbesuch, wenn nach dem Nachlassen der örtlichen Betäubung Schmerzen an deren Stelle treten. Ein pochender Schmerz nach Zahnbehandlung muss nicht zwangsläufig auf einen hypersensiblen Patienten Rückschluss geben. Denn die Gründe hierfür können vielfältig sein und bedürfen unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Zuerst einmal gilt es für den Zahnarzt und den Betroffenen jedoch herauszufinden, welche Ursache hinter den Schmerzsymptomen steckt.

Pochender Schmerz nach Zahnbehandlung – Mögliche Ursachen

Bei jeder größeren Zahnbehandlung wird eine gewisse Art von Reizung ausgeübt. Sei es durch den Druck und die Vibration des Bohrers oder aber durch die Anspannung des Kiefers, welcher während der ganzen Behandlungsphase geöffnet bleiben muss. Diese Nachwirkungen halten normalerweise nur kurz an und sind in der Regel innerhalb von wenigen Tagen verschwunden.
Natürlich kann auch eine schlecht sitzende Zahnfüllung oder eine unsachgemäße Behandlung des Zahnnerves oder Penetrierung des Zahnfleisches Anlass zum Schmerz geben. Diese Schmerzen äußern sich jedoch nicht nur im Form von pochenden Schmerzen, sondern sind auch mit Druck- und Berührungsempfindlichkeit verbunden.
Eine weitere Möglichkeit, weswegen ein pochender Schmerz nach Zahnbehandlung auftreten kann, ist der sogenannte Phantomschmerz. Die “atypische Odontalgie”, wie dieses Symptom in ärztlichen Fachkreisen genannt wird, kann besonders nach einer Wurzeltherapie oder aber der Entfernung eines Zahns in Erscheinung treten. Diese Art des Schmerzes muss ernst genommen werden, besonders wenn der Zahnarzt selbst nach einer gründlichen Nachuntersuchung keine körperlichen Ursachen finden konnte.

Unterschiedliche Behandlungsmethoden

Ein pochender Schmerz nach Zahnbehandlung bedarf erst einmal einer zeitlichen Beobachtung. Ehe ein Zahnarzt zu weiterführenden Behandlungsmethoden greift, wird er dem Patienten direkt nach dem Auftreten des Schmerzes zuerst einmal zur Ruhe ermahnen und zur etwaigen Einnahme von leichten Schmerzmitteln. Erst wenn die Symptome nach einiger Zeit nicht abgeklungen sind, werden weiterführende Untersuchungen eingeleitet.
Dem Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um der Ursache des Schmerzes auf den Grund zu gehen. Bringt eine Sichtung des Schmerzpunkts nicht den erwünschten Erfolg, führt der Arzt in der Regel zuerst eine Vitalitätsprüfung durch. Diese kann durch Kälte- bzw. Wärmereiz erfolgen, aber auch die Reizung durch Strom ist nicht unüblich. Dabei wird festgestellt, wie empfindlich der betroffene Zahn und das umliegende Gebiss auf äußere Einflüsse reagieren. Ist die Überempfindlichkeit an den Zähnen bei diesen Maßnahmen besonders hoch, wird der Zahnarzt weitere Schritte in Betracht ziehen.

Wenn auch das erneute Röntgen des Gebisses nicht die nötigen Ergebnisse liefert, kann der betroffene Zahn erneut geöffnet werden. In den seltensten Fällen könnte eine Entzündung der Zahnwurzel vorliegen, aber auch eine nicht ordnungsgemäß verarbeitete Füllung oder schlecht angebrachte Krone gilt es, als Auslöser des Schmerzes, auszuschließen.

Natürlich gibt es auch andere Gründe, welche nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit einer vorherigen Zahnbehandlung stehen, aber dennoch zu pochenden Zahnschmerzen führen. Dies kann beispielsweise eine Fehlstellung des Kiefers sein, aber auch eine Gürtelrose und Vorboten von Herzinfarkt und einem Glaukomanfall können in Verbindung mit pochenden Schmerzen im Gebiss auftreten. Besonders, wenn die Zahnschmerzen begleitet werden von Symptomen wie Schweißausbrüche, Zittern, Blässe, Atemnot, Herzrasen und Atembeschwerden, ist eine sofortige Konsolidierung des Arztes zwingend notwendig.

Der Phantomschmerz als Schmerzursache

Wenn alle oben genannten Möglichkeiten ausscheiden, kann ein pochender Schmerz nach Zahnbehandlung auch auf eine atypische Odontalgie hindeuten bzw. sich zu einer solchen entwickeln. Dieser Phantomschmerz, wie er umgangssprachlich heißt, wird erst dann diagnostiziert, wenn alle anderen körperlichen Ursachen von den Ärzten auszuschließen sind. Die Symptome einer atypischen Odontalgie treten nicht nur nach einer Zahnbehandlung auf, sondern können bei manchen Menschen auch ohne einen vorherigen, zahnmedizinischen Eingriff auftauchen.

Bei unbehandelten Fällen können diese Phantomschmerzen jahrelang anhalten und das Leben des Betroffenen nachhaltig beeinflussen. Menschen mit einer atypischen Odontalgie werden oft vom Zahnarzt aus zu weiteren Spezialisten weitervermittelt, um die Ursache der Schmerzen herauszufinden. Steht das Krankheitsbild fest, wird meist mit einer Kombination aus psychologischen Schmerztherapien und Medikamenten gegen die Phantomschmerzen vorgegangen. Auch Entspannungsmethoden als Therapiebegleitung können unter Umständen zum Verschwinden oder der Linderung einer atypischen Odontalgie beitragen.

Die Ursachen der Phantomschmerzen sind so individuell, wie die Menschen, welche darunter leiden. Deswegen ist es schwierig und unter Umständen ein langwieriger Prozess, auf Anhieb die richtige Behandlungsstrategie dagegen zu entwickeln. Dabei ist es nicht auszuschließen, dass der Besuch mehrere Ärzte über längere Zeit hinweg unabdingbar ist. Erst nach der erfolgreichen Therapie der atypischen Odontalgie kann der Zahnarzt, sofern dies vonnöten ist, mit seiner zahnmedizinischen Behandlung fortfahren.