Die Wurzelspitzenresektion

Was ist eine Wurzelspitzenresektion?

Bei dieser Operation wird die Wurzelspitze eines Zahns entfernt. Die Zahnchirurgie behandelt mit dieser Operation Entzündungen und weitere Schädigungen, die an der Wurzel des Zahns entstehen. Die Operation erfolgt durch den Kieferknochen und greift auf die Zahnwurzel zu. Entfernt werden etwa drei Millimeter der Wurzelspitze und der Entzündungsherd um die Wurzel herum.

Gründe für die Operation.

Eine Entzündung der Zahnwurzelspitze ist der häufigste Grund für die Operation. Weiter wird auch eine wurzelnahe Zyste behandelt. Die entzündliche Stelle breitet sich aus.
Notwendig wird die Operation auch, wenn eine normale Behandlung des Wurzelkanals zu Komplikationen führt oder bei einer endodontischen Behandlung findet keine Heilung statt. Die Operation wird in Fällen von Wurzelverkrümmungen oder Verzweigungen, bei Zahnbruch im unteren Wurzeldrittel und bei der Entfernung abgebrochener Instrumente im Wurzelkanal eingesetzt.

Die Zyste.

Eine Zyste, die an der Wurzelspitze entsteht, ist eine Folge der dauernden Entzündung. Die Entzündung schafft einen Hohlraum der mit körpereigenem Weichgewebe gefüllt wird. Ab einer bestimmten Größe des Hohlraums, zerfällt dieser und das Weichgewebe zerfällt. Flüssigkeit ersetzt das Gewebe. Um die Flüssigkeit bildet sich ein eigenes Gewebe, der Zystenbalg. Dieser Balg muss entfernt werden.

Der Zeitpunkt der Behandlung bei der Wurzelspitzenresektion.

Der operative Eingriff sollte die letzte Vorgehensweise sein, um einen Zahn zu retten. Vor der Resektion sollte, wenn möglich, die alte Füllung der Wurzel entfernt werden. Dann wird desinfiziert und eine neue Füllung eingesetzt. Der Patient hatte schon eine Behandlung,die nicht ansprach, dann sollte die Resektion erfolgen.
Die Resektion sollte bei einer Entzündung erfolgen, die nicht auf dem Wege der Wurzelkanalaufbereitung zu heilen ist.

Die Operation.

Der Zahnarzt führt zuerst eine Kontrolluntersuchung durch. Es wird eine Röntgenaufnahme gemacht, um zu sehen, in welchem Zustand sich der Zahn befindet. Weist der Befund auf die Notwendigkeit einer Behandlung hin, wird die Operation ausgeführt. Die Operation findet unter lokaler Betäubung statt und dem Einsatz eines Operationsmikroskopes statt . Ein Zahnfleischlappen wird beweglich gemacht. Dann wird mit der Kugelfräse der Knochen über der Wurzelspitzenregion entfernt. Die Fräsarbeit wird mit einer Kochsalzlösung gekühlt. Nach der Entfernung des Knochens liegt die entzündliche Ausdehnung dem Zahnarzt vor Augen. Es erfolgt nun die Entfernung des Entzündungsherdes. Dabei wird die Wurzelspitze, im erforderlichen Umfang, gekürzt und geglättet. Nun erfolgt die Prüfung der Wurzelkanalfüllung am Schnittquerschnitt auf ihre Dichtigkeit. Wenn nötig muss die Wurzelkanalfüllung erneuert werden oder es wird eine Füllung eingegeben. Die Erfolgchancen liegen bei einer modernen Behandlung bei fast 97 Prozent.

Nach der Operation.

Der Patient erhält vom Arzt mehrere Hinweise wie er sich verhalten soll. Dabei ist die Pflege jeder Wunde im Grunde gleich. Ruhe und Sauberkeit sind wichtig. Aufs Rauchen sollte verzichtet werden. Auch das Mundausspülen empfiehlt sich nicht.

Mögliche Komplikationen im Rahmen der Operation.

Die Risiken entsprechen den allgemeinen Risiken, wie sie bei zahn Implantate oder einer Zahnentfernung entstehen können. Vor allem sind das Nervenschäden, Blutungen, Beschädigung von Nebenzähnen, Zahnverlust, Kieferhöhlenöffnung. Ein Schwinden der Festigkeit ist auch möglich. Unannehmlichkeiten sind Schwellungen und Schmerzen. Diese Beschwerden treten mehr oder weniger regelmäßig auf und werden mit Kühlung und Schmerzmitteln behandelt. Ein entstehender Bluterguss kann über eine Woche anhalten. Weiter sind das schwere Öffnen des Mundes und Schluckbeschwerden unvermeidbar.

Bei welchem Zahn kann keine Resektion mehr erfolgen?

Früher waren Weisheitszahne von der Behandlung ausgenommen. Heute werden diese schwierig zu operierenden Zähne auch erfolgreich behandelt. Grundsätzlich kann jeder Zahn behandelt werden. Im Einzelfall sollte der Arzt prüfen, ob sich der Aufwand lohnt. Die Möglichkeit des Einsatzes von zahn implantate wird gegen die Wichtigkeit des natürlichen Zahnerhalts abgewogen. Dabei werden Faktoren wie Erfolgsaussichten, der Gesundheitszustand und Motivation des Patienten, mögliche Komplikationen, finanzielle Mittel in die Überlegung mit einbezogen.

Krankschreibung, Ernährung und Sport nach einer Wurzelbehandlung

In der Regel soll die Krankschreibung individuell gestaltet werden. Dabei sind die Größe des Eingriffs und der Beruf als Kriterien heranzuziehen. Ob Sport gemacht werden kann, hängt von der Art des Sportes und der Größe der Wunde ab. Unruhe und starke Herztätigkeit können die Knochenneubildung belasten. Bei der Ernährung sollte scharfe und bissfeste Kost vermieden werden. Weiche Speisen und Suppen sind vorzuziehen.

Behandlungskosten.

Die Behandlungskosten werden mit mehr als 1500 Euro angegeben. Die Krankenkasse zahlt die Resektion. Ob die Krankenkasse bei einer Nutzung des Operationsmikroskops zahlt, muss die der jeweiligen Kasse erfragt werden.